Ibiza 1 - Kleine große Welt. Ibizas Geschichte

Blick auf Ibizas Altstadt Die Insel Ibiza ist mit 570 km2, die drittgrösste des  Balearenarchipels und zusammen mit  Formentera bilden die beiden die "Pitiuseninseln". Die Griechen nannten sie so und das bedeutet: Pinieninseln. Die Zahl ihrer Einwohner beträgt 80.000, das  Klima ist ausgezeichnet mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von maximal 21,5 Grad und einer Mindesttemperatur von 14 Grad.

Ibiza, auf der Sonnenroute der alten Phönizier gelegen, befindet sich im westlichen Teil des Mittelmeers, hat eine Ausdehnung von 572 Quadratkilometern und eine Küste von 210 Kilometer Länge. Die Insel besteht aus fünf Gemeinden: Eivissa, die Hauptsadt,  Santa Eulària,  Sant Antoni,  Sant Josep und Sant Joan. Die höchste Erhebung ist s'Atalaiassa (389 Meter), und um die Insel verstreut liegen insgesamt 48 kleine Inselchen, von denen einige wie Sa Conillera (7,29 km2) ein in sich selbst abgeschlossenes Ökosystem bilden.

In Wirklichkeit ist die ganze Insel eine kleine große Welt, die sich von der Küste his ins Landesinnere erstreckt, mit hügliger und gebirgiger Oberfläche und einer Vielzahl von Kontrasten, die im Besucher den Abenteuergeisl wecken, ein gesteigertes Interesse für die Kultur, die Tradition, die Natur oder die Kunst.


Wo die Pinien wachsen

Die Geschichte von Ibiza hat zwar ihre Anfänge 1.600 Jahre vor Christi Geburt, die chronologische Berichterstattung beginnt aber erst im Jahre 654 vor Christi, als die Karthager Ibosim, heute Ibiza, gründen, die Hauptstadt der Insel. Bei Diodoro Sículo finden wir die erste Referenz: ". . . Nach der erwähnten Insel (Sardinien) kommt die sogenannte Pitiusa, die diesen Namen aufgrund der großen Anzahl von Pinien trägt, die dort wachsen." Die Karthager von Ibiza kamen aus Phönizien und machten sich einen Namen als gute Kaufleute. Auf sie folgte die römische Herrschaft, und Ibiza wird zur konföderierten Stadt.

Die fünf darauffolgenden Jahrhunderte, "dunkle Jahrhunderte" genannt, da nur wenige Daten überliefert sind, gehören den Barbaren und Byzantinern. Diese enden im Jabre 711 mit der Ankunft der Araber, von denen auch der Name ''Yehisah'' für die Insel stammt. Torre Sa Sal Rosa Schlüsseldatum für die Geschichte der Insel ist der 8. August l235, die Eroberung der Insel durch die Katalanen, wodurch Ibiza und Formentera Teil werden von dem, was wir heute "westliche Welt" nennen. Jahrjunderte lang war Ibiza Zentrum der Sarazenerangriffe, die unter dem Schutz von türkischen Geschwadern das Mittelmeer unsicher machten. Dieser Epoche verdanken wir die  Wachtürme rund um die Insel sowie das wehrhafte Äußere, das die Kirchen auf dem Lande auszeichnet.


Stadt ohne Planung

Die  Stadt Eivissa wurde vor 2.600 Jahren von den Phöniziern gegründet, und sie wird seit damals bis in unsere Tage ohne Unterbrechung bewohnt. Die von Mauern umgebene Stadt  Dalt Vila (Obere Stadt) entstand um einen ursprünglichen Kern, dem heutigen Schloß, und entwickelte sich spontan, in verschiedenen Etappen. ohne vorherige Planung, nur den geographischen Gegebenheiten und Verteidigundsnotwendigkeiten der jeweiligen Epoche angepaßt.

Die Stadtmauer, die Dalt Vila umgibt, wurde im XVI. Jahrhundert von den italienischen Ingenieuren Juan Baptista Calvi und Jacobo Paleazo Fratin entsprechend dem Verteidigungskonzept der Renaissance gebaut. Zu den Mauer gehören sieben Bollwerke und Portal de Ses Taules wo sich das ein Vorwerk, die durch Schutzwälle miteinander verbunden sind.

Innerhalb dieser Mauer finden sich Reste der mittelalterlichen Stadtmauern, in vier aufeinanderfolgende Zonen gegliedert, von unterschiedlicher Höhe und leicht zu erkennen. Wenn Sie Ihren Besuch im oberen Teil von Dalt Vila beginnen, können Sie die mittelalterliche Gewaltenteilung in der Architektur verfolgen. Die Kathedrale, der Jungfrau Maria geweiht, entstand zwischen dem XIV. und XVI. Jahrhundert, im XVlII. Jahrhundert wurde sie renoviert. So kann man deutlich zwei verschiedene Baustile feststellen, die ursprüngliche katalanische Gothik und das Barock aus der Zeit der Renovierung.


Hort der Selbstverwaltung

An der Ecke, gleich neben der Kathedrale, befindet sich das Gebäude der  Universität, Organ der insularen Selbstverwaltung, das im XII. Jahrhundert eingesetzt und im XVIII. mit der Ankunft der spanischen (kastilianischen) Truppen wieder abgeschafft wurde. In seinen Nebengebäuden ist heute das  Archäologische Museum von Dalt Vila untergebracht, weitere Teile davon befinden sich im Bollwerk von Santa Tecla, neben der  Kathedrale.

Angrenzend an den Carrer Major liegt la Reial Curla mit seiner unverwechselbaren gothischen Pforte, ein Gebäude, das die Institutionen, die unseren heutigen Gerichten und Notariatsbüros entsprechen, beherbergte. Am Ende das Schloß mit Festung, das mit seiner Höhe den Platz und damit auch die Stadt beherrscht, ein Bauwerk verschiedener Stile, das gegenwärtig renoviert wird. Wenn wir über den schon erwähnten Carrer Major nach unten gehen, kommen wir zum Carrer de Sant Ciriac, wo sich die Kapelle des Heiligen befindet, der jedes Jahr am 8. August gefeiert wird, da er nach der Tradition der Ort ist, wo es den Truppen des Königs Jaume I el Conqueridor gelungen ist, den Widerstand der Sarazener zu brechen und im Jahr 1235 die Stadt einzunehmen.

Weiter abwärts über den Carrer Joan Ramon und den Carrer Pere Tur kommen wir zur Plaça d'Espanya, wo sich das  Rathausgebäude befindet, ein ehemaliges Dominikanerkloster, Antiker Patio erbaut zwischen dem XVI. und XVII. Jahrhundert, von dessen religiöser Funktion heute noch die Kirche Sant Domingo zeugt, deren Eingang Sie im Carrer de Balansat finden. Beim weiteren Abstieg über Sa Carrossa kommen Sie an der Statue des Poeten  Isidor Macabich vorbei, bevor Sie die Plaça de Vila erreichen, ein Zentrum für Handel und Kunstgewerbe. Von da aus kommen Sie zum Waffenhof von Portal de Ses Taules, dem offiziellen Eingang in die von Mauern umgebene Stadt. Im oberen Teil des Waffenhofs können Sie das Gebäude sehen, das das Museum der Zeitgenössischen Kunst beherbergt, welches sich durch seine Sammlung von graphischer Kunst von Künstlern aus aller Welt auszeichnet.

Gehen Sie das steile Stück bergab, das zur Mauer hinaufführt, und Sie befinden sich gegenüber vom Mercat Vell, dem alten Markt, einem symbolischen Gebäude für die moderne Geschichte der Stadt.


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